Krank in der Schwangerschaft

Kranke Schwangere mit Kopfschmerzen„Hatschi!“

Der doofe Schnupfen. Und dazu noch Kopfschmerzen und Fieber…

Ein Glück gibt es Aspirin und andere schmerzlindernde Medikamente, mit denen man sich schnell besser fühlt. Dazu noch viel schlafen und Tee trinken und zack, ist man bald wieder fit.

Doch in der Schwangerschaft ist das anders. Da müsst ihr mit Tabletten vorsichtig sein, denn sie könnten eurem Baby im Bauch schaden.

Deshalb ist es gut, wenn ihr Bescheid wisst, was ihr als Schwangere bei den verschiedensten Krankheiten nehmen dürft und was nicht.

Lest weiter und erfahrt mehr darüber.

Warum sind die meisten Medikamente in der Schwangerschaft tabu?

Wenn man es verallgemeinern möchte, könnte man es so ausdrücken: Die Einnahme von bestimmten Medikamenten in der Schwangerschaft kann sich auch auf das ungeborene Kind negativ auswirken. Das trifft natürlich nicht auf alle Medikamente zu. Dennoch sollte jede Einnahme gründlich mit dem behandelnden Arzt oder Gynäkologen abgesprochen werden.

Wer während der Schwangerschaft krank wird, sollte Nutzen und Risiken von Medikamenten gut gegeneinander abwägen. Auf der einen Seite können sich Medikamente auf das Ungeborene auswirken, auf der anderen Seite sollte eine kranke und geschwächte Mutter alles tun, um wieder gesund zu werden.

Besonders kritisch ist die Einnahme von Medikamenten zwischen der 3. und 8. Schwangerschaftswoche, da nun die einzelnen Organe des Kindes entstehen und das Baby besonders gefährdet ist. In dieser Zeit ist ganz besondere Sorgfalt und Vorsicht gefragt.

Schwanger und krank: Was tun bei Schnupfen, Fieber und Co?

Wenn ihr erkältet seid, euch schlapp und müde fühlt, die Nase läuft und ihr hustet, dann heißt es: Ab ins Bett und ruhen! Das ist die beste Medizin für euch.

Trinkt viel Wasser, um die Nieren im Kampf gegen die Viren zu unterstützen. Außerdem helfen Fruchtsäfte mit Vitamin C dabei die Infektion zu bekämpfen. Ihr könnt nach Absprache mit eurem Frauenarzt oder eurer Hebamme Paracetamol einnehmen, um das Fieber zu senken. Nährstoffreiche Kost wie Obst, Vollkornbrot und warme Milch tun euch jetzt besonders gut.

Wenn eine Erkältung jedoch schlimmer wird, daraus eine Grippe entsteht und die Gefahr besteht, dass sich zusätzlich eine bakterielle Infektion obendrauf setzen könnte, ist die Einnahme von einem Antibiotikum in Erwägung zu ziehen. Es gibt erprobte und unschädliche Antibiotika, die der Entwicklung des ungeborenen Babys nichts antun.

Wie werden gefährlichere Krankheiten in der Schwangerschaft behandelt?

Das oberste Gebot bei allen schwerwiegenderen Krankheiten in der Schwangerschaft heißt: Ab zum Arzt!

Krankheiten wie zum Beispiel Windpocken oder Röteln sind bei Schwangeren sehr ernst zu nehmen. Während einer Schwangerschaft sind Röteln sehr gefährlich. Die Infektion kann über die Plazenta auf das Ungeborene übertragen werden. Dies kann im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt oder schweren körperlichen Missbildungen des Ungeborenen führen. Röteln in der Schwangerschaft lassen sich nur symptomatisch behandeln. Das bedeutet, es steht keine spezifische Therapie zur Verfügung. Hatte eine Schwangere ohne Immunschutz Kontakt zu einer mit Röteln infizierten Person, spritzt der Arzt Röteln-Immunglobulin (Röteln-Antikörper). Diese Behandlung kann eine Rötelnembryopathie vermeiden. Sie ist jedoch nur bis zu sieben Tagen nach dem Röteln-Kontakt sinnvoll und bietet keinen absoluten Schutz vor einer Röteln-Infektion des Ungeborenen.

Windpocken während der Schwangerschaft können für die werdende Mama sehr unangenehm sein, führen beim Kind allerdings selten zu Schäden. Bei Erkrankung im ersten Schwangerschaftsdrittel kann eine Windpockeninfektion in Ausnahmefällen zum sogenannten angeborenen Varizellensyndrom führen. Dabei kommt es zu charakteristischen Fehlbildungen der Gliedmaßen, der Augen, des Gehirns und der Haut. Der Arzt kann der Schwangeren Aciclovir verschreiben, das das Ausmaß und die Länge der Windpocken verringert – aber nur, wenn es innerhalb der ersten 24 Stunden auf den sich entwickelnden Ausschlag aufgetragen wird.

Wie sieht es mit chronischen Erkrankungen aus?

Frauen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck haben heutzutage sehr gute Chancen ein völlig gesundes Baby zur Welt zu bringen. Die gesundheitlichen Risiken für eine schwangere Diabetikerin und ihr ungeborenes Kind sind zwar erheblich höher als für eine gesunde Schwangere, eine enge Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden Frauenarzt und dem Diabetologen ist aber die beste Voraussetzung, um Komplikationen zu vermeiden.

Entscheidend ist eine weitgehend normale Stoffwechsellage mit Blutzuckerwerten wie bei Gesunden. Deshalb sollten Frauen mit Diabetes ihre Schwangerschaft gut planen und schon vor der Empfängnis den Blutzucker möglichst gut unter Kontrolle bringen.

Frauen mit Bluthochdruck vor der Schwangerschaft haben oft Glück: Durch die hormonell bedingte Erweiterung der Gefäße sinkt der Blutdruck in den ersten sechs Monaten einer Schwangerschaft meist ab. Es kann also sein, dass in dieser Zeit auf Bluthochdruckmittel verzichtet oder die Dosis gesenkt werden kann – immer in Rücksprache mit dem Arzt natürlich.

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