Neurodermitis bei Kindern

Die Haut ist unser Schutzmantel. Deshalb muss sie gepflegt und gehegt werden.

Erkrankungen der Haut sind bei Babys und Kleinkinder leider keine Seltenheit. Meist sind es jedoch keine chronischen Beschwerden, sondern nur vorübergehende Irritationen.

Neurodermitis allerdings ist eine andauernde und sehr belastende Hautkrankheit, die bei konsequenter Behandlung aber gut in den Griff zu bekommen ist.

Hier lest ihr, was die Ursachen sind und was ihr gegen die Symptome tun könnt.

Häufige Hauterkrankungen bei Babys

ein Baby untersucht die Haut an seinem BauchHauterkrankungen bei Säuglingen treten oft bereits in den ersten Lebenstagen oder Wochen auf. Dazu gehören der Neugeborenen-Ausschlag, Hautgrieß (Milien) und die Neugeborenen-Akne.

Die Haut vieler Säuglinge schuppt sich zudem in den ersten Tagen, besonders in den Leisten und an den Hand- und Fußgelenken.

Bei all diesen Irritationen ist eine Behandlung nicht nötig, da sie sich von selbst bessern. Eure Nachsorgehebamme wird euch eventuell als Therapie Olivenöl oder eine Creme empfehlen, von daher ist es immer gut, sie zu fragen.

Zu den Hautkrankheiten, die behandelt werden müssen, gehören Windelausschlag, seborrhoische Säuglingsekzeme und Neurodermitis. Für diese Erkrankungen gibt es viele Ursachen und Auslöser. Selten treten sehr schwere, zum Teil angeborene oder durch Bakterien- oder Virusbefall ausgelöste Hauterkrankungen bei Säuglingen auf.

Was ist Neurodermitis und wie erkenne ich sie?

Etwa 10 bis 12 Prozent aller Babys und Kleinkindern leiden an Neurodermitis. Die Veranlagung, eine Neurodermitis zu entwickeln, wird vererbt. Wenn ihr als Eltern selbst darunter leidet oder vielleicht bereits ein Geschwisterkind erkrankt ist, dann hat euer Kind ein erhöhtes Risiko, dieses Ekzem zu entwickeln.

Neurodermitis bei Kindern ist eine chronische Erkrankung der Haut mit unterschiedlich starker Ausprägung. Symptomatisch sind gerötete, oft nässende oder schuppige Hautveränderungen, starker Juckreiz und Kratzspuren. Hauptsächlich tritt Neurodermitis im Gesicht, am Kopf und an den Streckseiten von Armen und Beinen auf.

Bei Säuglingen, die unter Neurodermitis leiden, sind manchmal auch die Leisten und der Windelbereich betroffen.

Ursachen und Auslöser von Neurodermitis bei Kindern

Die alleinige Ursache der Neurodermitis ist nicht bekannt. Die genetische Veranlagung spielt für das Auftreten der Erkrankungsschübe eine wichtige Rolle. Aber auch eine gestörte Barrierefunktion der Haut (was zu sehr trockener Haut führt) und ein geschwächtes Immunsystem (was zur Überreaktion auf z.B. Pollen, Tierhaare oder bestimmte Lebensmittel führt) können Ursachen sein.

Auslöser bzw. Verstärker der Symptome sind häufig äußere Umstände wie das Klima, das Wetter im Allgemeinen, die Ernährung, starke Emotionen wie Trauer oder Wut, Kleiderstoffe, Kosmetik oder starke Duftstoffe. Allergietests können hier bei der Enthüllung der Auslöser helfen.

Was können Eltern gegen Neurodermitis tun?

Wenn Neurodermitis bei eurem Kind bestätigt wurde, dann ist eines extrem wichtig: Ihr braucht einen Kinderarzt, zu dem ihr ein enges Vertrauensverhältnis habt, da die Erkrankung häufig langwierig und hartnäckig ist. Euer Kinderarzt wird für euch und euer Kind eine ständige Bezugsperson sein. Zusammen mit ihm oder ihr wird eine Therapie für euer Kind erarbeitet.

Meist besteht eine klassische Behandlung aus verschiedenen Salben. Für trockene Stellen werden eher fetthaltige, für feuchte Stellen eher wässrige Salben verschrieben. Hautreizende Substanzen wie Seifen, parfümierte Cremes oder Schurwolle direkt auf der Haut sollten vermieden werden. Besonders stark betroffene Stellen werden kurzfristig mit Cortison haltigen Salben oder Antihistaminika gegen den Juckreiz behandelt.

Langfristig hilft vielen Kindern als Begleittherapie eine Kur im Hochgebirge oder am Meer.

Ausblick: einmal Neurodermitis – immer Neurodermitis?

Die Frage oder viel mehr die Sorge, ob Neurodermitis für immer bleibt, ist berechtigt. Wenn eine Neurodermitis bei sehr kleinen Kindern auftaucht, dann wachsen sie häufig gegen Ende der Grundschulzeit aus ihrer Krankheit heraus. Wenn man bedenkt, dass sich die Haut alle 7 Jahre erneuert, scheint dies plausibel.

Bei anderen verschiebt sich die Symptomatik von den Hauterscheinungen zu anderen allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma. Tritt die Hauterkrankung erst im Erwachsenenalter auf (das ist aber nur bei 1 bis 2 Prozent der Fall), ist das „Herauswachsen“ unwahrscheinlicher, jedoch stehen die Chancen gut, dass die Erkrankung sehr gut in den Griff zu bekommen ist.

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