Zecken: Wie gefährlich sind sie?

Auf Wiesen tollen, in hohem Gras laufen, in Gebüschen verstecken spielen – all dies lieben Kinder. Leider lauern gerade hier im Frühling und Sommer Gefahren durch winzige Spinnentiere, die kaum mit dem Auge zu sehen sind. Die Rede ist von Zecken.

In unserem Ratgeber erfahrt ihr alles Wichtige über die kleinen Blutsauger, wann Zecken bei Kindern gefährlich sein können, wie ihr einen Stich erkennt und wie ihr Zecken richtig entfernt.

Was sind Zecken?

Ixodes ricinus heißt die gemeine Zecke in der Fachsprache. Sie gehört zu den Spinnentieren und lauert im hohen Gras, an Halmen, in Büschen und auf Blumenwiesen.

Die Mini-Vampire sind hauptsächlich von März bis Oktober aktiv. Sie mögen es warm.

Nähert sich ein Tier oder ein Mensch, lassen sie sich unbemerkt auf dessen Körper fallen und stechen zu. Nun fangen sie an zu saugen – und zwar so lange, bis ihr Körper prall gefüllt ist. Dann lassen sie sich wieder abfallen.

Zecken-Warnschild vor Wiese und Wald

Was macht sie so gefährlich?

Ein Zeckenstich ist eigentlich nicht weiter dramatisch, bestünde da nicht das Risiko für Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Rund zehn bis 35 Prozent der Zecken tragen Borrelien in sich.

Saugt die Zecke an seinem Opfer, regt das die Borrelien an. Sie gelangen in den Speichel und können darüber auf das Opfer übertragen werden.

Sehr viel seltener sind Zecken mit FSME-Viren befallen. In den deutschen FSME-Risikogebieten tragen zirka 0,1 bis 5 Prozent der kleinen Spinnentiere das Virus in sich – vor allem Teile Bayerns und Baden-Württembergs.

Welche Krankheitssymptome können auftreten?

Eine Borreliose verläuft charakteristisch bei Kindern wie Erwachsenen in mehreren Phasen: Symptomatisch ist eine ringförmige Rötung an der Stelle des Zeckenstichs, deren Durchmesser anwächst. Sie entsteht Tage oder Wochen nach dem Stich. Manche Betroffene reagieren auch mit Fieber, Erkältungssymptomen oder geschwollenen Lymphknoten. Ist eine Borreliose diagnostiziert, muss eine Behandlung mit Antibiotika über etwa  3 Wochen oder länger erfolgen.

Eine FSME-Erkrankung verläuft bei Kindern im Allgemeinen wesentlich leichter als bei Erwachsenen und heilt meist ohne Folgeschäden aus. Häufig ist das Allgemeinbefinden stark eingeschränkt, es kommt zu Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Auch Symptome wie Schwindel, Erbrechen und Übelkeit können auftreten.

Wie erkennt man einen Zeckenbiss?

Im Frühjahr und Sommer ist Aufmerksamkeit gefragt! Ihr solltet euer Kind jeden Abend nach Zeckenstichen absuchen. Die kleinen Blutsauger lieben warme Körperstellen wie die Achseln, Kniekehlen, Leisten oder der Nacken.

Steckt die Zecke noch in der Haut, ist ein Stich leicht zu erkennen. Es kann aber auch sein, dass sich die Zecke schon wieder gelöst hat und man den Stich gar nicht bemerkt. Dann ist ein Zeckenstich im Nachhinein nicht immer eindeutig als solcher zu erkennen und die Stichstelle kann mit einem Mückenstich verwechselt werden.

Wie entfernt man eine Zecke?

Wenn ihr eine Zecke bei eurem Kind gefunden habt, solltet ihr nicht lange zögern und diese so schnell es geht entfernen.

Mit einer Pinzette, einer Zeckenkarte oder Zeckenzange solltet ihr so dicht wie möglich die Zecke am Kopf greifen. Zieht sie nun langsam aus der Haut heraus.

Bitte dreht die Zecke beim Ziehen nicht und greift sie niemals am Körper. Wenn dieser zerquetscht wird, könnte Speichel oder Darminhalt (inklusive eventueller Krankheitserreger) in die Wunde eindringen.

Desinfiziert die Wunde unbedingt anschließend. Wenn Reste der Zecken in der Wunde geblieben sind, solltet ihr unbedingt zum Kinderarzt gehen. Auch wenn sich die Wunde entzündet, Rötungen auftreten oder sich euer Kind über Unwohlsein und Müdigkeit beklagt, ist medizinischer Rat dringend notwendig.

Was kann man zur Vorbeugung tun?

Neben dem regelmäßigen „Zecken-Check“, könnt ihr gegen Zecken vorbeugen, indem ihr euer Kind mit insektenabweisenden Mitteln eincremt. Bitte benutzt Lotionen in Bio-Qualität, da diese garantiert keine schädlichen Inhaltsstoffe enthalten.

Kinderwagen und Buggys sollten zur Zeckenzeit im Wald oder auf der Wiese mit einem Mückennetz abgedeckt werden. Hosen, langärmelige Kleidung und geschlossene Schuhe schützen nur bedingt, da Zecken immer einen Weg zur Haut finden können.

Eine Zeckenschutzimpfung gehört auch zu den möglichen Vorbeugungsmethoden. Allerdings schützt die Impfung nur vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis oder abgekürzt FSME, nicht vor Borreliose.

Kinder können ab dem vollendeten ersten Lebensjahr geimpft werden. Ob die Impfung im individuellen Fall zu empfehlen ist und welche Nebenwirkungen auftreten können, solltet ihr mit eurem Kinderarzt besprechen. Die meisten Kassen zahlen die Impfung – am besten aber vorher erkundigen.

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