Die 10 wichtigsten Fragen zur Geburt

Als werdende Mama beschäftigen Sie unendlich viele Fragen. Von allen Seiten werden Sie mit Infos, Ratschlägen und Tipps überschüttet. Da kann man schon mal schnell den Überblick über die entscheidenden Themen verlieren. Bei uns finden Sie gebündelt die zehn wichtigsten Fragen und Antworten zur Geburt. Damit sind Sie garantiert bestens für das bevorstehende Ereignis vorbereitet und können sich entspannt auf Ihr Baby freuen!

1.) Was muss auf jeden Fall mit in die Kliniktasche?

Spätestens ab der 36. Schwangerschaftswoche sollte Ihre Kliniktasche gepackt neben Ihrem Bett stehen. Schreiben Sie eine Checkliste: Was brauche ich, was braucht mein Baby. Für die Tage nach der Geburt stellt die Klinik Ihrem Neugeborenen alles zur Verfügung, was es braucht. Was Sie aber mitnehmen sollten, ist ein hübsches Outfit für den großen Tag der Entlassung. Sie selbst brauchen mehrere Nachthemden (am besten mit Knöpfen vorne zum Stillen), Jogginghosen, T-Shirts, dicke Socken, Hausschuhe und eventuell einen Morgenmantel. Und ganz wichtig: Dokumente wie Ihren Mutterpass, Ihre Versichertenkarte, Ihren Personalausweis und Ihr Familienstammbuch nicht vergessen!

2.) Wie lange dauert eine durchschnittliche Geburt?

Jede Geburt ist einzigartig und dauert unterschiedlich lang. Bei Erstgebärenden zieht sich die Geburt im Durchschnitt über 12 bis 14 Stunden hin, bei Zweitgebärenden verkürzt sie sich meist um einige Stunden. Hebammen haben ein paar hilfreiche Grundregeln für die Dauer einer Geburt: Für jeden Zentimeter Muttermundsöffnung werden eine Stunde Wehen gebraucht. Vollständig geöffnet ist der Muttermund bei 10 Zentimetern. Dann beginnt die Pressphase, die meist auch noch mal eine Stunde dauert.

3.) Wie erkennt man richtige Wehen?

Am Ende der Schwangerschaft kommt es immer öfter vor, dass Ihr Bauch hart wird und Sie ein Ziehen spüren – das sind die sogenannten Vorwehen. Geburtswehen tun deutlich mehr weh, dauern circa ein bis eineinhalb Minuten an und treten in regelmäßigen Abständen auf. Wenn die Wehenpausen nur noch 5-10 Minuten (bei der Erstgeburt) lang sind, ist es Zeit in die Klinik aufzubrechen. Vergessen Sie Ihre Kliniktasche nicht!

4.) Was tun, wenn die Fruchtblase platzt?

In der Regel findet der Blasensprung erst während der Geburt statt. Es kann aber auch sein, dass die Fruchtblase bereits vor Eintritt der Wehen platzt. Wenn Ihr Baby schon tief ins Becken gerutscht ist (dies passiert meist um die 36. Schwangerschaftswoche herum), müssen Sie sich keine Sorgen machen und können ganz entspannt in Ihre Entbindungsklinik fahren. Wenn das Kind noch nicht in die Beckenlage gerutscht ist, müssen Sie unbedingt liegend transportiert werden, weil sonst die Versorgung für Ihr Kleines gefährdet ist. Rufen Sie einen Krankenwagen, der Sie in die Klinik bringt.

 5.) Was ist, wenn das Baby in der Steißlage liegt?

Bei über 90 Prozent aller Geburten kommt das Baby mit dem Kopf nach unten zur Welt. Doch es gibt auch Kinder, die mit dem Kopf nach oben liegen: Diese Position wird als Steiß-, Fuß- oder Beckenendlage bezeichnet. In diesem Fall wird meist zu einem Kaiserschnitt geraten. Nur wenn das Becken der Mutter weit genug und der Kopf des Babys relativ klein sind, ist trotzdem eine vaginale Geburt möglich.

6.) Kann ich einem Dammriss vorbeugen?

Ja! Beginnen Sie circa sechs Wochen vor dem Termin mit der Dammmassage, um das Gewebe am Damm elastisch zu halten. Massieren Sie die Schamlippen und den Dammbereich (Gewebe zwischen der hinteren Scheidenwand und dem Anus) täglich ein paar Minuten mit einem speziellen Damm-Massageöl. Übrigens erhöht eine Geburt in Rückenlage das Riss-Risiko. Vielleicht beeinflusst das Ihre Wahl der Geburtsposition?

7.) Welche Geburtspositionen empfehlen Hebammen?

In einer aufrechten Position fällt das Gebären leichter, da Sie besser nach unten pressen können. Daher raten Hebammen zu Knie- oder Hockpositionen. Der Geburtshocker, bei dem die werdende Mama auf einem kleinen Hocker mit Loch sitzt, wird seit Jahrhunderten überall auf der Welt benutzt. Auch der Vierfüßlerstand ist eine ideale Position.

8.) Wie können Geburtsschmerzen gelindert werden?

Homöopathie, Massagen, Bachblüten- und Aromatherapie sowie Atem- und Entspannungstechniken zählen zu den natürlichen Methoden der Schmerzlinderung. Wenn die Wehen für Sie jedoch nicht mehr erträglich sind, sollten Sie nach Medikamenten fragen. Diese werden vor allem während der frühen Phase der Geburt eingesetzt und meist in Vene oder Muskel gespritzt oder als Zäpfchen verabreicht. Die berühmte Pda (Peridualanästhesie) ist die wirksamste Methode den Geburtsschmerz zu dämpfen. Nach örtlicher Betäubung legt der Arzt eine Hohlnadel in den sogenannten Periduralraum. Hierdurch wird ein Betäubungsmittel gespritzt, das die Nervenwurzeln betäubt.

9.) Was sind Gründe für einen Kaiserschnitt?

Eine Beckenendlage, ein zu geringes Geburtsgewicht oder eine Erkrankung des ungeborenen Babys können Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt sein. Auch ein Missverhältnis des mütterlichen Beckens und der Kindsgröße machen eine normale Geburt unwahrscheinlich. Ein Notkaiserschnitt wird durchgeführt, wenn während der Geburt eine Situation auftritt, die das Leben des Kindes oder der Mutter gefährdet. Gründe sind zum Beispiel ein Geburtsstillstand, völlige Erschöpfung der Mutter oder Komplikationen im Geburtsverlauf. Beim Kind können es abfallende Herztöne oder das Einklemmen der Nabelschnur und die damit verbundene Gefahr des Sauerstoffmangels sein.

10.) Wie lange müssen Mama und Baby nach der Geburt im Krankenhaus bleiben?

Im Normalfall sind es drei Tage. 72 Stunden nach der Geburt wird die zweite Untersuchung, die sogenannte U2, beim Baby durchgeführt. Danach dürfen Sie mit Ihrem Nachwuchs nach Hause fahren. Nach einem Kaiserschnitt müssen Sie mit einer Woche Krankenhausaufenthalt rechnen. Es gibt auch die Möglichkeit im Krankenhaus oder in einem Geburtshaus ambulant zu entbinden. In diesem Fall können Sie, wenn alles reibungslos verläuft, vier bis fünf Stunden nach der Geburt die Klinik wieder verlassen. Nehmen Sie am besten so früh wie möglich Kontakt zu einer erfahrenen Hebamme auf, mit der Sie gemeinsam die Geburt planen.

 

 

 

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