Beikost – die erste Babynahrung

Baby will am Daumen knabbernIn den ersten Lebensmonaten kennen Säuglinge nur eins: Milch. Milch. Und nochmals Milch.

Und das ist gut so. Denn in der Milch steckt alles, was euer Baby braucht.

Dabei ist es übrigens heutzutage nicht mehr entscheidend, ob die Milch aus der Brust oder aus der Flasche kommt. Die künstliche Babymilch ist qualitativ so gut, dass es den Kleinen damit an nichts fehlt.

Ab dem sechsten Monat jedoch steigt der Bedarf an Vitaminen und Mineralien, vor allem Eisen. Jetzt wird es Zeit, dass euer Baby anfängt feste Nahrung, sprich Beikost, zu bekommen.

Damit ist dann auch der erste Schritt zum Abstillen getan. Der erste Löffel Brei bedeutet nämlich auch ein erster Schritt in ein selbständiges Leben des Babys. Es heißt Abschied nehmen und Loslassen können.

Wann und wie ihr mit der ersten Babynahrung startet, erfahrt ihr hier.

Was genau ist mit Beikost gemeint?

Als Beikost bezeichnet man all jene Lebensmittel, die nach der Umstellung von einer alleinigen Milchernährung auf dem Speiseplan des Babys stehen werden.

Im ersten Abschnitt der Veränderung sind dies vor allem Milch- und Getreidebreie sowie Gemüse-(Fleisch-)Breie. Diese Zeit ist eine spannende Phase in der Entwicklung eures Babys und auch eine ganz wichtige!

Ab wann sollte ein Baby feste Nahrung bekommen?

Wann ihr mit dem Thema Beikost starten wollt, könnt ihr am besten selbst beurteilen. Ihr müsst euch keinen festen Termin setzen.

Die nationale Stillkommission empfiehlt, das erste halbe Jahr ausschließlich zu stillen. Danach ist Milch für die steigenden Nährstoffanforderungen eures Babys allein nicht mehr ausreichend.

Wenn ihr aber das Gefühl habt, dass euer Kind schon vorher Beikost braucht, dann sprecht mit eurer Hebamme oder eurem Kinderarzt darüber.

Frühestens nach dem vierten Lebensmonat und spätestens nach dem sechsten sollte euer Kind anfangen feste Nahrung zu bekommen. Ihr werdet spüren, wann der richtige Moment ist. Ein Baby, das am Essen interessiert ist, fängt an Kaubewegungen zu machen und beobachtet seine Geschwister oder Eltern neugierig bei den Mahlzeiten.

Welche Nahrungsmittel vertragen Babys gut, welche nicht?

Gemüse, Obst, Reis, Nudeln, Fisch und Fleisch (am besten natürlich in Bio-Qualität) und Getreide sind Lebensmittel, die Babys sehr gut vertragen. Ihr solltet trotzdem (um Allergien auszuschließen) jedes Lebensmittel langsam einführen.

Als Faustregel gilt: Immer nur ein neues Nahrungsmittel einführen und mindesten eine Woche testen, wie es vertragen wird, bevor die nächste Zutat dazu kommt. Zeichen für Unverträglichkeit können ein wunder Po, Pickelchen, Durchfall oder Verstopfung sein.

Wenn ihr zum Beispiel mit Möhrenbrei beginnt, dann solltet ihr nach frühestens einer Woche pürierte Kartoffel dazu geben und schließlich nach einer weiteren Woche Fleisch hinzufügen und wiederum nach einer Woche ein wenig Speiseöl (Rapsöl, Sonnenblumenöl).

Es gibt auch Lebensmittel, die im ersten Jahr vermieden werden sollten. Das sind folgende:

  • Wegen des hohen Protein- und Mineralstoffgehalts sowie eines zu geringen Gehalts an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Eisen und Jod sollten Milchmahlzeiten im ersten Lebensjahr nicht aus Vollmilch, sondern aus Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrungen bestehen. Vollmilch ist in geringen Mengen (im Brei etwa) ab dem sechsten Monat völlig okay.
  • Quark ist aufgrund seines hohen Eiweißgehalts belastend für die noch unausgereiften Nieren des Babys.
  • Rohe Eier und Rohmilch sollten aufgrund der Salmonellengefahr vermieden werden.
  • Honig kann aufgrund des noch unausgereiften Darms bei Säuglingen Botulismus verursachen. Botulismus spielt möglicherweise eine Rolle beim Plötzlichen Kindstod.
  • Besonders kleine Lebensmittel wie Nüsse können bei Säuglingen in die Luftröhre geraten und zu Atemnot führen.
  • Salz kann die Nieren belasten und sollte höchstens in kleinen Mengen aufgenommen werden.
  • Kaltgepresste Öle sind giftig für Babys, da sie Schadstoffe enthalten, welche die noch unausgereifte Leber des Säuglings schwer belasten und vergiften können.

Hilfreiche Tipps für die ersten Löffel Babybrei

Lasst euch bitte viel Zeit, wenn ihr mit der Einführung von Babynahrung beginnt. Am Anfang wird euer Sprössling nur sehr wenig von der neuen Nahrung essen, weil es die nötigen Kaubewegungen erst lernen muss.

Beginnt also erst mit wenigen Löffeln und einer eher flüssigen Konsistenz, damit euer Kind sich darin gewöhnen kann. Nach und nach könnt ihr dann die Menge erhöhen und den Brei mehr und mehr andicken.

Wenn Obst, Gemüse und Getreide zum normalen Programm gehören, könnt ihr die Auswahl an Lebensmitteln vergrößern. Neue Lebensmittel werden übrigens besser akzeptiert, wenn ihr diese oft und immer ungezwungen anbietet.

Wie ist es mit dem Abstillen?

Da die Beikostmahlzeiten ganz langsam gesteigert werden, bleibt Milch im ersten Lebensjahr ein wichtiger Bestandteil des Ernährungsplans. Sie wird somit auch weiterhin einen großen Teil der Nährstoffe liefern, die euer Baby braucht.

Ihr entscheidet, ob ihr euer Kind mit dem Start der Beikost auf die Flasche umstellen wollt oder weiterhin stillt, bis es die Milch nicht mehr braucht.

Wenn ihr Abstillen wollt, dann solltet ihr dies langsam tun. Hebammen raten, nicht abrupt aufzuhören, denn das könnte euer Baby verstören und für euch körperlich sehr unangenehm werden.

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Eine Antwort auf Beikost – die erste Babynahrung

  1. Hallo!
    Interessanter Beitrag. ich habe bisher Gemüse im Dampfgarer zubereitet, weil ich denke, dass Nährstoffe so am besten erhalten bleiben. Doch jetzt habe ich gelesen, dass die Geräte im Kunststoff Giftstoffe enthalten können, in diesem Artikel habe ich diese Information gefunden. Ist das wirklich bedenklich, was meinst Ihr? ich bin jedenfalls verunsichert.
    Viele Grüße,
    Sandra

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