Einschulen oder zurückstellen?

Verschmitzt lächelndes Mädchen mit MalbuchIn unserer schnellen Welt muss alles immer früher und in immer kürzerer Zeit passieren. Besonders in der Schule ist dieser Trend deutlich zu sehen: Kinder werden zum Teil schon mit fünfeinhalb Jahren eingeschult und müssen in 12 Jahren ihr Turbo-Abi schaffen.

Ganz schön hart, und warum eigentlich der Stress? Mit einer vorzeitigen Einschulung will vor allem eines erreicht werden: Das durchschnittliche Einschulungsalter soll sinken, weil Deutschland im weltweiten Vergleich diesbezüglich schlecht da steht.

Da der Schulstart jedoch extrem wichtig ist und der Zeitpunkt gut gewählt sein will, sollten Eltern, Schulleitung und der Kinderarzt eng miteinander kooperieren.

Warum das so ist, erfahrt ihr hier.

Wann werden Kinder eingeschult?

In der Regel werden alle Kinder eingeschult, die bis zu einem bestimmten Stichtag (je nach Bundesland zwischen 30. Juni und 30. September, in Berlin ist es der 31.Dezember) sechs Jahre alt geworden sind. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Die so genannten „Kann-Kinder“ können eingeschult werden, wenn sie bis zum 31. Dezember sechs Jahre alt werden.

Die „Darf-Kinder“ dürfen auf Antrag der Eltern und mit Einverständnis der Schulleitung noch früher eingeschult werden. Immer häufiger werden diese Anträge genehmigt, was bedeutet, dass immer mehr Fünfjährige schon die Schulbank drücken. Das Einschulungsalter ist allgemein sehr viel flexibler geworden.

Der Einschulungstest

Mit dem Einschulungstest wird getestet, welche Dinge ein Kind schon kann und ob es reif für die Schule ist. Er wird von Fachleuten betreut, die die Schulfähigkeit eures Kindes einschätzen sollen. Dazu zählen nicht nur motorische Fähigkeiten, körperliche Entwicklung und das Wissen, sondern auch die soziale Kompetenz. Der Test soll dabei helfen, ein Gesamtbild des Entwicklungsstandes eures Kindes zu liefern.

Voraussetzungen für den Schulstart

Ob euer Kind reif für die Schule ist, könnt ihr an einigen allgemeinen Aspekten feststellen:

  • Die körperliche Entwicklung spielt eine wichtige Rolle: Ist euer Kind kräftig und groß genug, um einen Ranzen zu tragen? Oder kränkelt es oft und wird schnell müde?
  • Wie weit ist die Grobmotorik eures Kindes (zeigt sich beim Ballspielen, beim Laufen, Treppensteigen, Schwimmen etc.) und die Feinmotorik (Malen, Basteln, Ausschneiden, Geschicklichkeitsspiele etc.) entwickelt?
  • Generell sollte euer Kind neugierig und wissbegierig sein. Stellt es viele Fragen und erkennt es Zusammenhänge?
  • Auch sollte es sich über eine gewisse Zeit konzentrieren können sowie Geschichten verfolgen und nacherzählen können.
  • Außerdem sollte euer Kind Farben, Formen, Zahlen und Buchstaben erkennen bzw. unterscheiden können.
  • Ein weiterer Punkt ist die Sprache: Drückt sich euer Kind in ganzen Sätzen und verständlich aus?
  • Das Thema „Gruppenarbeit“ darf nicht vergessen werden: Kinder sollten vor dem Schulanfang lernen Regeln zu akzeptieren und Rücksicht auf andere und deren Eigentum zu nehmen.
  • Und auch diese praktischen Dinge sollte euer Kind beherrschen: Sich alleine anziehen, sicher mit einem Stift umgehen, eine begrenzte Fläche ausmalen können, auch mal verlieren können, Kontakt mit anderen Kindern aufnehmen, auf dem Stuhl sitzen bleiben.

Zurückstellung: Warum dies manchmal sinnvoll ist

Mädchen übt an der Tafel das ABCEine Zurückstellung um ein Jahr ist dann empfehlenswert, wenn der Entwicklungsstand eures Kindes einen erfolgreichen Schulbesuch vermutlich noch nicht zulässt. Ein Kind, das noch nicht reif genug für die Schule ist, wird schnell den Spaß am Lernen verlieren.

Wenn ihr ahnt, dass eine Zurückstellung für euer Kind Sinn machen würde, dann sind Gespräche mit der Kindergartenleitung, dem Kinderarzt und auch der Schulleitung der Grundschule sehr wichtig. Zusammen wird dann entschieden, ob eine Rückstellung angebracht ist.

Abenteuer Schule: So bereitet ihr euer Kind optimal vor

Damit euer Kind ohne Stress den Schulstart erleben kann, solltet ihr euer Kind ein wenig darauf vorbereiten. Redet schon vorher über eventuelle Ängste und bestärkt es in seinen Fähigkeiten. Sucht gemeinsam einen Schulranzen aus, richtet einen Schreibtisch ein, damit es einen festen Arbeitsplatz für die Hausaufgaben hat und geht gemeinsam den Schulweg ab. Je öfter ihr gemeinsam übt, umso sicherer fühlt sich euer Kind, wenn es später alleine gehen darf.

Außerdem ist es wichtig, dass Kinder rechtzeitig lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen. In der Schule müssen sie schließlich selbst auf ihre Sachen aufpassen und vieles selbstständig erledigen. Ihr könnt zum Beispiel eurem Kind kleine Aufgaben im Haushalt übertragen oder erlauben, dass es alleine zum Bäcker gehen darf.

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