Greifen und tasten – wichtige Meilensteine in der Entwicklung

Jedes Baby ist bereits bei der Geburt mit allen fünf Sinnen „voll ausgerüstet“. Es hört, riecht, schmeckt, sieht und fühlt.

Im Laufe des ersten Lebensjahres entwickeln sich die Sinne nach und nach und ermöglichen dem Kind seine Welt zu entdecken. Das Greifen und Tasten spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Erfahrt mehr über diesen wichtigen Meilenstein in der Kindesentwicklung, warum das Greifen und Tasten so essentiell sind und wie ihr die Entwicklung der „Fingerfertigkeiten“ eures Kindes unterstützen könnt.

Die Entwicklung der Sinne im ersten Lebensjahr

Baby hält seinen Fuß festSchon in eurem Bauch hat euer Kind mit seinen Sinnen Erfahrungen gesammelt und dadurch einiges von seiner Umwelt mitbekommen. Wenn es den warmen Mutterleib verlässt, ist plötzlich alles anders und komplett neue Reize prasseln auf das Kind ein.

Ein schonender und vorsichtiger Umgang mit eurem Baby ist wichtig, aber ihr braucht es nicht zu übertreiben. Mit viel Zuneigung und sanftem Körperkontakt kann es moderaten Alltagsreizen ruhig ausgesetzt werden, damit es seine Umwelt kennenlernen und seine Wahrnehmungsfähigkeiten entwickeln kann.

Im Verlauf seines ersten Lebensjahres reagiert ein Baby immer neugieriger auf seine Umwelt. Das hängt nicht nur mit den wachsenden körperlichen Fähigkeiten und der Entwicklung seines Gehirns, sondern auch damit zusammen, dass das Baby mit allen seinen Sinnesorganen immer mehr Reize entdeckt und diese auch identifizieren kann.

Das bedeutet: Über seine Sinne nimmt euer Kind unendlich viel wahr, umgekehrt müssen diese feinen Antennen jedoch auch trainiert werden. Nicht umsonst sprechen Experten von Sinnesschulung.

Warum sind der Tastsinn und das Greifen so wichtig für Babys?

Schon lange ist wissenschaftlich bewiesen, dass sich Babys ohne Berührungen, Hautkontakt, körperliche Nähe nicht entwickeln können – weder physisch noch psychisch. Säuglinge müssen berührt, geküsst und gestreichelt werden. Nur so kann ein glückliches und stabiles Kind heranwachsen.

Je mehr sich euer Baby bewegt, desto mehr möchte es selber fühlen, anfassen und erforschen.

Das empfindlichste Tastorgan ist der Mund – deswegen nehmen Babys alles, was sie in die Hände bekommen, auch in der Mund. Sein Zentralnervensystem entwickelt sich weiter und die Reize werden schneller von den Hautrezeptoren zum Gehirn geleitet.

Ab wann können Babys greifen und Dinge richtig festhalten?

2 Kleinkinder schauen neugierigDirekt nach der Geburt kann euer Neugeborenes seine Fingerchen um den Daumen eines Erwachsenen schließen. Dieser so genannte Greifreflex ist angeboren.

Außerdem wird euer Baby in den ersten Monaten intensiv seine Hände untersuchen, die Finger in den Mund stecken und daran saugen.

Nach ungefähr drei Monaten wird es kleine Gegenstände kurz festhalten können, es kann seine Armbewegungen nun viel besser koordinieren. Das gezielte Greifen wird eurem Baby mit rund vier bis fünf Monaten gelingen. Einen Monat später wird es ein Spielzeug von der einen Hand in die andere wechseln und es hin und her bewegen können. Mit etwa sieben bis acht Monaten wird euer Kind selbst kleine Gegenstände zwischen Daumen und Zeigefinger fassen (Scherengriff).

Gegen Ende seines ersten Lebensjahres ist es in der Regel so geschickt mit Händen und Fingern, dass es mit der Spitze von Daumen und Zeigefinger (Pinzettengriff) selbst kleinste Krümel und Fusseln aufheben kann.

Was fördert die „Fingerfertigkeiten“ eures Kindes?

  • Lasst euer Kind, wann immer sich die Gelegenheit bietet, mit unterschiedlichen Materialien wie Wasser, Knetmasse, Teig, Sand oder Matsch spielen.
  • Versucht geduldig zu sein, wenn euer Kind etwas selbst in die Hand nehmen will, auch wenn es länger dauert und nicht alles sofort klappt.
  • Reicht eurem Baby Dinge nicht immer in dieselbe Hand, sondern abwechselnd mal in die rechte, mal in die linke oder reicht sie mittig an. So werden beide Gehirnhälften gleichermaßen angeregt.
  • Mit cleverem und sinnvollem Babyspielzeug unterstützt ihr die Entwicklung des Tast- und Greifsinns. Greiflinge, Beißringe, feste Bücher, klassische Bauklötze und kleine Spielfiguren fördern zum Beispiel die motorische Entwicklung enorm. Wenn ihr mehr zum Thema Spielsachen für Babys erfahren wollt, dann klickt euch in unseren Beitrag „Gutes Babyspielzeug“ rein und lasst euch inspirieren!
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